Ausflug nach Chenini

Nach einer für mich ruhigen Nacht, folgte am Morgen das übliche Ritual mit frisch machen und frühstücken….
Aber Tanja erzählte am Tisch ne geile Geschichte :
Sie musste mitten in der Nacht auf’s Klo….!! Naja, nichts leichter als das…raus aus dem Schlafsack, Hößchen angezogen und losgestiefelt in Richtung Klo.
Ihr habt ja die Bilder von den Zelten gesehen. Sie sind in einem  Rund aufgestellt und eingezäunt. Außerdem ist außen rum ne Hecke gepflanzt. Von diesen „Zeltdörfern“ gibt es insgesamt drei Stück, die nebeneinander liegen….
Von unserem Zelt musste man dann erst einmal den Ausgang aus unserem Rund finden, dann ca. 100 Meter weiter in Richtung der offenen Gartenterrasse ( Bild weiter vorne ), über die Terrasse, rechts abbiegen und noch ca. 15 Meter zum Dusch- und Klohaus.

Alles ja kein Problem, wenn man Licht hat !!!! Aber da wir ja in der Wüste sind, läuft der Generator nur bis 22.00 Uhr. Danach ist Schluß mit Strom und dementsprechend auch Licht !!!
Also ist Tanja mit ne Funzeltaschenlampe den Weg lang geschlichen und wurde unterwegs von dem „Schwarzen Mann“ mit einem freundlichen „Du können auch nicht schlafen? “ angesprochen !!!

Tanja hat sich doch ordentlich erschrocken ( mich wundert, dass sie nicht gebrüllt hat), da der Nachtwächter (wie sich später herausstellte) bekleidet mit einer schwarzen Kutte mit schwarzer Kapuze im stockfinstern stand !!!
Weshalb rennt da ein Nachtwächter rum ??

Naja, die Wüstenbewohner sind ein arg armes Völkchen, die eben alles gebrauchen können !! Da schon öfter etwas an Rallye Fahrzeugen geklaut oder abgebaut wurde, rannte nun ein Angestellter der Anlage in der Nacht auf dem Gelände rum und bewachte die Fahrzeuge der Gäste !! Tanja hatte dann des Klohaus immer noch mit zitternden Knien erreicht und wollte ihr Geschäft verrichten….
Wie macht man das ohne Licht ???

Naja, ein wenig Licht war schon vorhanden. Zwei Kerzen standen am Rand von den Waschbecken und lieferten ein schumriges Licht, was aber nicht ausreichte, die Klokabinen zu beleuchten.
Es blieb also nichts Anderes übrig, als die Klotür offen zu lassen und zu hoffen, dass kein Anderer den Raum betritt…. In der nächsten Nacht konnte ich dann die selbe Erfahrung machen !!
Ich hab nur das Treffen mit dem Nachtwächter ausgelassen !!

So, weiter im Text..

Nachdem wir dann zu unseren Fahrzeugen kamen, mussten wir mit Entsetzen feststellen, dass unsere Reifen am gestrigen Tage arg gelitten hatten !!! Von insgesamt 12 Reifen an unseren Buggy’s waren 9 platt !!
Wat für ein Mist !!!
Als wir uns das Problem angesehen haben, mussten wir feststellen, dass sich bei unserer Querfeldeinfahrt gestern ganze Äste in die Reifen gebohrt haben !!! Wir hatten ja Reifenpilot bei, was aber nicht wirklich half. Somit haben wir die zweite Variante genutzt und haben die Löchen mit so ner Art „Dochte“ versucht abzudichten, was aber auch nicht wirklich funktionierte.
Ach was soll’s, Henry hatte einen Kompressor an den Buggy gebaut. So konnten wir unterwegs immer wieder Luft nachfüllen. Geplant war heute ein Tour nach Douz. Ihr wisst ja schon….eine Richtung 150 Kilometer.

Es war geplant, dass wir in Douz eine Nacht im Hotel verbringen ( was aber nicht bebucht war ) und am nächsten Tag sollte es dann wieder zurück gehen… ! Naja, wenn wir so fahren wie am ersten Tag und so wie unsere Reifen aussehen, hatten wir bedenken, dass Ziel zu erreichen.
Aus diesen Gründen haben wir die Etappe verworfen und machten uns auf in Richtung Chenini im Dahar Gebirge…..
So jetzt genug geschrieben, jetzt kommen wieder ein paar Bilder, denn die sind ja bei solchen Berichten „das Salz in der Suppe“…

Reservekanister als "Hebebühne"
Reservekanister als „Hebebühne“
..man muß sich eben nur zu helfen wissen....
..man muß sich eben nur zu helfen wissen….
Schrauberstillleben
Schrauberstillleben

Nachdem die Reparaturen gemacht waren, haben wir dann alles mitgenommen, was wir für eine lange Tour brauchen. Reservekanister, Reservereifen, Schlafsäcke ( vielleicht fahren wir ja doch nach Douz, wenn alles gut läuft ), Wasser usw., usw.

da passt noch mehr drauf...
da passt noch mehr drauf…
Wasser hatten wir genügend bei
Wasser hatten wir genügend bei
und los ging die Fahrt
und los ging die Fahrt

Wir sind dann etwas später aufgebrochen, als geplant, da das ganze Verladen doch ein wenig länger gedauert hatte.

Wir suchen wieder mal den Weg
Wir suchen wieder mal den Weg

Irgendwie hatten wir das Problem, dass wir trotz zweier GPS-Geräte immer wieder vom Weg abgekommen sind…!
Naja, muss man eben üben. Außerdem ist es gar nicht so einfach, wenn man in eine bestimmte Richtung will, dort auch zu landen, weil man immer den Sand- und Steinhügeln, sowie großen Büschen ausweichen muß.
Der Untergrund wechselte ständig von feinsandig bis grobsteinig, was unseren Buggy’s doch ordentlich zusetzte und die Geschwindigkeit, mit der wir unterwegs waren, stark verringerte.

Nun wieder einige Impressionen von der Fahrt…

da hinten wird es schon hügelig
da hinten wird es schon hügelig
Boooaaahh, wat mach ich da für ein Gesicht....
Boooaaahh, wat mach ich da für ein Gesicht….
den Anderen gefällt es wohl.....
den Anderen gefällt es wohl…..
da hinten wollen wir rauf
da hinten wollen wir rauf
hier ist es ganz schön steinig
hier ist es ganz schön steinig
Sooo, wir sind oben angekommen...
Sooo, wir sind oben angekommen…

Unser lieber Hanry ist immer nach seinem GPS gefahren und wir konnten einfach nur hinterher fahren.
Nun sind auf dem Berg drauf…und nun ???
Wenn auf den Berg rauf fährt, dann fährt man einfach auf der anderen Seite wieder runter. Kann doch nicht soooo schwer sein!!
Das dachten wir auch, aber schaut euch mal die Bilder an, wie es auf der anderen Seite aussah…

sieht doch richtig gut aus
sieht doch richtig gut aus

Auf dem oberen Bild ist gut zu erkennen, wie steil es nach unten geht. Und im Hintergrund ist der Weg zu erkennen, den wir weiter fahren wollen….aber da es hier ca. 45 Grad nach unten geht, trauen wir uns nicht, da runter zu fahren…

Auf dem nächsten Foto sieht man noch besser, wie steil es da runter geht….

so steil geht es runter
so steil geht es runter

Da es hier steinig war und wie auf den Bildern zu sehen große Klamotten rumlagen, mussten wir die Buggy’s ertmal wieder zurückschieben, um den Rückweg antreten zu können….

erst einmal schieben
erst einmal schieben
den Weg müssen wir wieder zurück
den Weg müssen wir wieder zurück

Den Weg, den wir gekommen sind, sind wir dann auch wieder zurückgefahren.
Wir haben dann auch noch ein paar Kilometer geschafft, bis die Kolonne plötzlich anhalten mußte.

Stillstand in der Einöde
Stillstand in der Einöde

Tja, was war passiert ?? Bei Martin ist durch das Fahren über die großen Klamotten vorne rechts die Radaufhängung gebrochen. So ein Scheiß !!! Und das hier in der Einöde !!
Ach, was sol’ls, zur Not haben wir ja unsere Zelte und Schlafsäcke mit, dann pennen wir heute draußen…
Waren ja keine erbaulichen Aussichten !!!!

gebrochene Radaufhängung
gebrochene Radaufhängung

Da wir ja alle an unseren Buggy’s alleine schrauben, war die Lösung schnell gefunden…
Wir mussten eine 12’er Langnuß opfern. Die wurde in das Rohr geprügelt, die Rohre zusammengesteckt und das Ganze dann mit einem Spanngurt zusammen gezogen.
Das sollte halten…

die Langnuß sorgt hoffentlich für eine stabile Verbindung
die Langnuß sorgt hoffentlich für eine stabile Verbindung
ob der Spanngurt hält ??
ob der Spanngurt hält ??

Nachdem wir die Aufhängung dann repariert hatten, ging es auf dem kürzesten Wege zurück in Richtung Camp.

warten auf die Abfahrt
warten auf die Abfahrt
immer schön auf der Piste bleiben
immer schön auf der Piste bleiben
man ist das noch weit....
man ist das noch weit….

Aber ich kann sagen, dass die Konstruktion gehalten hat und wir am Abend im Dunkeln gut im Camp angekommen sind !!! Henry hat dann im Dunkeln schon mal angefangen, das Ganze wieder auseinander zu bauen, damit wir es am Morgen schweißen lassen konnten….

Henry muß selbst im Dunkeln schrauben..
Henry muß selbst im Dunkeln schrauben..

An diesem Abend ist dann nicht mehr viel passiert.
Heute waren es laut GPS 107 Kilometer, die wir in der Wüste zurückgelegt haben.

Achso, eins ist noch passiert…

Ziemlich spät ist dann die Meldung durch das Camp gegeistert, dass „Steini“ ( seit 25 Jahren veranstaltet er Ralleys ) seinen Nissan Allrad in einer Düne „versenkt“ hat und das Fahrzeug in der Wüste zurück lassen mußte.
Da sieht man mal, dass sowas selbst „alten Hasen“ auf diesem Gebiet passieren kann!!
Na dann werden wir mal morgen beim bergen helfen…..oder schauen wir einfach nur zu……. mal schauen…..

über Stephan

Hi, ich bin Bibo (50), fest angestellt bei dem größten Sicherheitsunternehmen in Berlin und nebenberuflich leidenschaftlicher Reiseblogger. Trotz meines Alters zieht es mich immer wieder im Rahmen meines jährlichen Sabbaticals mit dem Rucksack nach Südostasien.

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