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My Gambian Family……

Wir sind eingeladen !
Eines Abends kommt Kaba (wer den Reisebericht bis jetzt verfolgt hat weiß, dass es unser Tourguide ist) im Chillis auf uns zu und meint, er hat seiner Mutter bescheid gesagt, dass wir morgen vorbei kommen, sie besuchen !
Na das lieben wir ja…Entscheidungen über unsere Köpfe hinweg zu treffen, ohne zu fragen !!!
Was  machen wir jetzt.
Kaba ist ein Schlauer!!
Wirklich !!!!
Er ist nett, zuvorkommend, freundlich und überhaupt nicht aufdringlich !!!
Aber er hat es auf seine Art raus, zu versuchen, dir das Geld aus der Tasche zu ziehen !!!
Ihm geht es nicht schlecht (wie Anderen hier) !!!!
Er hat 3 Handy’s, ein Tablet von Samsung ( was seiner Meinung nach voll scheiße ist), ist immer gut gekleidet.
Wirklich ein netter cooler Typ !!!
Jetzt kommt so eine Einladung !!
Was soll man machen ???
Ablehnen ?? Einfach so !!
Vorbehaltlos zusagen und hoffen, dass keine Anspielung auf irgendwelche Unterstützung kommt ???
Wir sind uns unschlüssig !!!! Haben irgendwie ein komisches Gefühl im Magen !!! Soll man sich darauf verlassen ???? Eigentlich ja !!!!
Durch die Gespräche mit Kaba haben wir mitbekommen, dass sein Vater verstorben ist und er als Erstgeborener nun für die Familie sorgen muss !
Er hat noch einen Bruder und eine Schwester. Weiterhin ist er Vater eines kleinen Sohnes, welcher bei seiner Schwester lebt.
Die Schwester lebt im Haus der Mutter.
Der Bruder lebt mit seiner Frau und Kind ebenfalls im Haus der Mutter, aber in einem abgetrennten Teil.

Soviel jetzt mal zur Vorgeschichte !!!

Da hier alle der Meinung sind, dass die europäischen Frauen „die Hosen an haben“, werden die Gespräche auch meistens mit den Frauen geführt !!
Nun ist das bei uns beiden nicht wirklich so !!
Bibo verwaltet die Kohle und an ihm geht kein Weg vorbei !!
Wenn Bibo nein sagt, dann ist das auch so !! ( jedenfalls hier ;-) )

Und das hat der gute Kaba natürlich auch schon mitbekommen !!
Immer wenn der Bibo mal aufs Klo muss, wird Tanja sofort angesprochen, ob das nun auch ok sei !!
Sämtliche Versuche eines Gesprächs oder Arrangement werden immer nur in Bibos Abwesenheit geführt!!
Soviel dazu !!!

Ok, wir nehmen die Einladung an und lassen uns überraschen was kommt !
Mehr als fluchtartig den Ort zu verlassen und mit nem Taxi nach Hause zu fahren wird uns schon nicht passieren !!!
Und Geld in Massen haben wir sowieso nicht bei !!!

Also los geht es mit dem Besuch bei Kaba’s Familie !!!

Von einem Freund mit einem Mercedes, der wirklich gut in Schuss ist, werden wir pünktlich abgeholt.
Wie hier so üblich wird erst einmal eine Tankstelle angesteuert und 5 Liter Benzin nachgeladen !!!
Kaba kauft inzwischen 3 Bier, 2 Cola und ne große Flasche Wasser.
Das erste Bier und ne Cola dürfen wir schon im Auto trinken !!!
Sehr nett !!!
Ob da noch was kommt…fragen wir uns !!!!

Im Vorfeld hat er gesagt, dass seine Familie ca. 40 Minuten vom Hotel entfernt wohnt.
Unterwegs können wir ein paar Fotos machen…..

So lange, wie angekündigt, dauert die Fahrt dann doch nicht und wir erreichen das Dorf in dem Kaba groß geworden ist !

Mitten im Dorf fahren wir auf ein umzäumtes Grundstück mit einem großen Steinhaus.
Wie Kaba uns erklärt, gibt es hier kein fließendes Wasser und auch keinen öffentlichen Strom.
Das Wasser zum Duschen wird aus einem Brunnen geholt. Das Trinkwasser bringt ein Transporteur von der öffentlichen Zapfstelle mitten im Dorf gegen ein Endgeld.
Kaba sagt, wir dürfen alles ruhig fotografieren, wir seien ja schließlich seine Freunde !!!!
Freunde ????
Ok, nehmen wir mal so hin und hoffen, dass unsere geldwerten Freundschaftsdienste nicht weiter gefordert werden !!!
Was macht man nun ??
Knipsen was das Zeug hält ??
Die Armut in 1000 Bildern festhalten und der Öffentlichkeit zeigen ???
Wir entscheiden uns, dass wir nicht unendlich Fotos machen !!!

Jetzt stellt euch doch mal vor, dass ihr jemanden zu euch einladet und er mit der Kamera in der Hand jedes Detail eurer Wohnung knipst, um es dann hinterher ins Internet zu stellen, um zu sagen…er war bei euch !!!!

Wollt ihr dass ???
Bestimmt nicht !!! Und somit haben wir das auch nicht gemacht !!!!

Hier nun eine Außenaufnahme vom Haus…..

Über eine kleine „Terrasse“ betritt man das Haus durch einen Vorhang. Es ist angenehm kühl und es riecht nach Räucherstäbchen.
Wir sind im „Wohnzimmer“.
In der Ecke steht eine ortsübliche Couch, daneben ein alter Holzschrank mit allem Nützlichen für den Küchenbedarf.
Gegenüber befindet sich ein, aus Eisenrohren zusammengeschweißtes Regal, in dem weitere vorhandene Küchenutensilien abgestellt sind.
Die Decke ist, sowie das Dach, mit Wellblech verkleidet !
Vor der Couch steht noch ein kleine viereckiger Tisch.
Das war’s !!!
Wir werden von Kaba’s Mutter und Schwester sehr freundlich begrüßt!!

Aber schon im ersten Moment merkt man, dass die Uhren hier anders ticken.
Wie oben geschrieben, meinen sie hier, dass die Europäerinnen die Hosen an haben. Deshalb heißt es auch immer, egal wo du hin kommst, „Boss Lady“ !!
Das ist hier plötzlich ganz ganz anders !!!!
Kaba gibt kurz Anweisungen (so hört es sich jedenfalls an ), die Mutter verschwindet in „ihrem“ Zimmer und die Schwester bringt Essen und ist dann auch verschwunden.
Es gibt eine Topf „Benachin„.
Ja, wie soll man das nun beschreiben?
Es handelt sich um ein Reisgericht. Den Rest müsst ihr bitte Wikipedia entnehmen !!
Lecker und scharf war es auf alle Fälle !!!!

Nach dem Essen werden wir durch das Haus geführt.
Hinter einem Vorhang befindet sich ein kleiner Flur, von dem links und rechts jeweils ein Zimmer abgehen.
Diese Zimmer sind ebenfalls nur durch einen Vorhang vom Flur getrennt!
Das linke Zimmer ist von der Mutter.
Wir dürfen einen Blick hinein werfen.
Im Zimmer befindet sich ein Bett und gegenüber ein uralter Schrank.
Es hat vielleicht 8 qm.
Die Mutter sitzt auf dem Bett und starrt ins Leere!!

Gegenüber befindet sich das Zimmer der Schwester, die dort zusammen mit Kaba’s Sohn lebt.
Ebenfalls durch einen Vorhang vom Flur getrennt blicken wir wieder in ein ca. 8 qm großes Zimmer, in dem nur ein Bett steht. Aber dafür sind dort viele andere Sachen untergestellt, die trocken bleiben müssen.
Unter Anderem können wir zwei Sack Reis erkennen.
Das war dann schon der Rundgang durchs Haus !!!

Der weitere Rundgang führt dann durch den Außenbereich…..

Der Wasserlieferant ist gerade da….

Die Hühner und Ziegenställe….

Auf dem nächsten Bild sieht man die Dusche ( das ist der gemauerte kleine Bereich auf der linken Seite ) !

Und zum Schluss der Fotos noch der selbstgebaute Brunnen, der nur zum „Duschen“ benutzt wird !!

Mehr Bilder gibt es von dem Ausflug nicht !!

Wir werden echt köstlich versorgt !!
Es gibt ganz frische Orangen vom Baum und grünen Local Tea (sehr stark, aber echt lecker ) !
Danach müssen wir auch noch die Nachbarn besuchen, die auf Kaba’s Mutter aufpassen, wenn er nicht da ist.

Da ist der Nachbar gegenüber, dem es verdammt schlecht geht (im Gegensatz zu Kaba’s Familie).
Er kann nicht mehr arbeiten und hat KEINEN Sohn, der das Geld nach Hause bringt.

Und da ist dann noch der Nachbar nebenan, der den ganzen Tag in einem kleinen dunklen Zimmer mit einer kleinen Luke sitzt und an einer alten Singer-Nähmaschine mit Fußantrieb Kleider näht.
Auch hier werden wir äußerst freundlich empfangen und wir müssen auch gleich frisch gepflügte Grapefruit probieren.

Nachdem wir dann den Kindern noch ein wenig beim Spielen zugeschaut haben und unsere (von Kaba gekauften Getränke verzehrt haben), wird auch schon zum Aufbruch animiert.
Wir verlassen den Ort mit den Gedanken, dass es uns doch wirklich richtig…richtig gut geht !!!!!!

Der Abend klingt dann wie immer im Chlli’s aus !!!

Aber wir werden die Bilder (auch die, die wir nicht gemacht haben) für lange Zeit im Kopf behalten !!!!

LG

Bibo & Tanja

 

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über Stephan

Hi, ich bin Bibo (50), fest angestellt bei dem größten Sicherheitsunternehmen in Berlin und nebenberuflich leidenschaftlicher Reiseblogger. Trotz meines Alters zieht es mich immer wieder im Rahmen meines jährlichen Sabbaticals mit dem Rucksack nach Südostasien.

ein Kommentar

  1. Jepp. So ist es. Und beim nächsten Mal bringt Ihr ne Kleinigkeit mit, LG alx

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