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Dinner in the Dark – NOCTI VAGUS

Heute gibt es einen etwas anderen Beitrag ohne Bilder.

Weshalb das so ist, hat vielleicht die Überschrift schon verraten.

Wir sind immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Erlebnissen in der Stadt, in der wir schon 50 Jahre leben…… Berlin !

Mehr oder weniger zufällig stolpert Bibo über die Internetseite des „Dunkelrestaurant NOCTI VAGUS„.

Na, das ist doch genau das Richtige für Tanja zum Geburtstag.

Über die Internetseite vom NOCTI VAGUS werden zwei Plätze reserviert und dann heißt es warten.

Gedanken im Vorfeld

Die Überraschung kam bei Tanja gut an und schon haben wir angefangen zu überlegen, was uns wohl erwarten wird.

Werden wir wirklich nichts sehen?

Finden wir das Besteck auf dem Tisch?

Hoffentlich verschütten wir die Getränke nicht!

Wieviele Pflaster werden wir brauchen, um unsere Verletzungen zu versorgen, die wir uns durch Messer und Gabel zufügen werden?

Komisch, was uns für Gedanken durch den Kopf schießen.

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Quelle: http://www.noctivagus.com

Unser Dinner im NOCTI VAGUS

Pünktlich zur gebuchten Zeit erscheinen wir in der Lounge und werden freundlich empfangen.

Wir werden gebeten, unsere Garderobe im Keller abzugeben, was leider pro Person 1,50 Euro kostet.

Danach begeben wir uns wieder in den beleuchteten Gastraum im Erdgeschoss.

Die Bedienung reicht uns die Speisekarten.
Wir können aus drei Menüs wählen.

Menü I ist vegetarisch.

Menu II ist ein Goumet-Menü.

Menü III ist ein Überraschungs-Menü.

Zusätzlich werden wir nach Unverträglichkeiten und Speisen gefragt, die wir absolut nicht essen.

Tanja entscheidet sich für Menü I und Bibo als Fleischfresser nimmt das Menü II.

So langsam steigt bei uns die Aufregung.

Noch bei Licht wird uns die letzte sichtbare Speise serviert. Eine köstliche Vorsuppe.

Danach erklärt uns die Bedienung, dass wir an Tisch 3 sitzen werden und unser Kellner „Jörg“ heißt.

Wir sollen uns keine Gedanken machen, er wird immer in der Nähe sein.

Wenn wir etwas benötigen, sollen wir einfach seinen Namen und unsere Tischnummer laut in den Raum rufen und schon wird er zur Stelle sein.

Nach dieser kurzen Einweisung führt uns ein weiterer Angestellter wieder in den Keller zum sogenannten „Transferraum“.

Die Tür wird geöffnet und wir stehen in einem kleinen Raum, der nur durch eine kleine Lichtquelle hinter Milchglas spärlich beleuchtet wird.

Nach dreimaligem Klopfen an der Eingangstür zum Dunkelrestaurant, erlischt das Licht und wir stehen in völliger Dunkelheit.

Die Tür öffnet sich und vor uns steht Jörg.

Wir sehen ihn nicht, wir hören ihn nur.

In einer Art Polonaise, mit den Händen auf den Schultern des Vordermannes, laufen wir durch den stockfinsteren Raum und werden zu unserem Tisch geführt.

Langsam löst Jörg Tanjas Hand von seiner Schulter und legt sie auf die Stuhllehne. Genauso wird mit der Hand von Bibo verfahren.

Jetzt sollen wir uns setzen und es uns an dem schön gedeckten Tisch gemütlich machen.

Dann stellt sich Jörg kurz vor.
Er ist blind und ein sehr lustiger Typ mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus.

Ganz entspannt erzählt er uns, was wir so vor uns auf dem Tisch „sehen“.

…..ja, er sagte: „sehen“ !

Auf dem, mit einer Tischdecke gedeckten, Tisch liegt eine Stoffservierte. Rechts davon Messer und Gabel.

Oberhalb der Servierte ist der Dessertlöffel platziert.

Ganz langsam tasten wir den Tisch ab, immer in der Angst etwas auf den Boden zu schubsen.

Jörg erkundigt sich noch einmal nach unseren Gerichten und den ersten Getränken, die wir ebenfalls schon in der Lounge bestellt hatten.

Und schon ist er weg.

Wir sitzen zum Glück nebeneinander, so fühlen wir uns in der Dunkelheit nicht ganz so verloren.

Durch die verschiedenen Stimmen im Raum wissen wir, dass wir hier nicht alleine sind.

Unsere Augen gewöhnen sich langsam an die Dunkelheit, obwohl sie immer nach einem Fixpunkt suchen.

Für uns Brillenträger wird es immer anstrengender, sodass wir einfach die Brillen absetzen und die Augen schließen.

Wir sehen ja schließlich sowieso nichts!

So ist es besser.

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Nach kurzer Zeit steht Jörg wieder neben uns…wir haben ihn gar nicht gehört.

Ich stelle jetzt die Biergläser direkt neben das Besteck….Prost„, sagt er und schon ist er wieder verschwunden.

Ganz vorsichtig gleiten unsere Hände über die Tischdecke, bis jeder sein Glas findet und dann versuchen miteinander anzustoßen.

Aber mit ein wenig Gefühl klappt das dann schon.

Während wir auf die Vorspeise warten, lassen wir das Ambiente auf uns wirken.

Naja, wir versuchen zu hören….

Wie groß wird der Raum sein ?

Wieviele Gäste sitzen hier noch ?

Wie weit sind die anderen Gäste entfernt ?

Eine Antwort auf diese Fragen finden wir nicht…..

Aber es ist spannend.

Und schon steht Jörg mit den Worten „Wenn die Vorspeise so gut schmeckt, wie sie aussieht, dann wird das ein schöner Abend„, neben uns und stellt die Teller direkt vor uns ab.

Zusätzlich gibt es einen Brotkorb mit Dip, der zwischen uns platziert wird.

Hab ihr schon mal versucht im Dunkeln Brot mit Dip zu essen ?

Wir können euch sagen, dass ihr bei den ersten Versuchen mehr Dip an den Fingern habt, als an dem Brot.

Langsam tasten wir uns mit dem Besteck auf dem Teller umher, ganz vorsichtig…wir wollen ja nicht alles auf dem Tisch verteilen.

Es ist gar nicht so einfach, wenn man sich auf den Umgang mit Messer und Gabel konzentrieren muss und anschließend auch noch erschmecken soll, was man sich gerade in den Mund geschoben hat.

Und ihr möchtet nicht wissen, wie oft wir eine leere Gabel zum Mund geführt haben.

Alle drei Gänge haben super geschmeckt und Jörg kommentierte beim Abräumen mit den Worten:“ Wie ich sehe, hab ihr aufgegessen, dann scheint es ja geschmeckt zu haben.

Wir haben aber gemerkt, wie versaut unsere Geschmacksnerven sind.

Erst nachdem wir die Menüs auf der Internetseite noch einmal nachgelesen haben, konnten wir einzelne Geschmäcker den Speisen zuordnen.

„House of Battlemore“ – Das Grusel-Dinner

Um dem ganzen Dinner noch ein Extra zu spendieren, hatte Bibo das Grusel-Dinner gebucht.

Pünktlich um 21 Uhr, spuken die Geister durch den Gastraum um die Gäste zu unterhalten.

Plötzlich taucht eine fluoreszierende Hand oder Totenkopf neben eurem Tisch auf, ihr habt „Spinnenweben“ in den Haaren oder unter dem Tisch stößt etwas gegen eure Füße.

Untermalt mit entsprechender Musik fährt uns der Schreck teilweise heftig in die Glieder.

Insgesamt dauert die Show 30-40 Minuten.

Wie lange sie wirklich gedauert hat, können wir nicht sagen, da wir ohne Licht, Uhr und Handy komplett das Zeitgefühl verloren haben.

Nach der Show, bitten wir Jörg, uns aus dem Restaurant zu führen.
Im Transferraum knipst er das spärliche Licht an und er zeigt sich uns, damit wir auch mal sehen, wer uns den ganzen Abend bedient hat.

Danach geht es wieder ins Licht.

Licht !

Es brennt in den Augen und wir brauchen ein paar Minuten, bis wir uns wieder daran gewöhnt haben.

Unser Fazit

Uns hat es in dem Dunkelrestaurant NOCTI VAGUS sehr gut gefallen und das Essen war lecker!

Wer einmal etwas ausgefallenes sucht, der ist hier genau richtig!

Das „Grusel-Dinner“ war ok, hat uns aber nicht vom Hocker gerissen.
Sollten wir noch einmal das Dunkelrestaurant aufsuchen, würden wir nur das „normale Dinner“ buchen.

Wir waren insgesamt 3,5 Stunden in dem Gastraum und müssen sagen, dass die letzten geschätzten 30-45 Minuten echt anstrengend waren.

Wir glauben, dass ein Aufenthalt von 2 Stunden ausreichend ist, um das Dinner entspannt genießen zu können

Wenn ihr den Beitrag bis hier gelesen habt, dann danken wir euch dafür und hoffen, dass er euch gefallen hat.

Dunkelrestaurant
NOCTI VAGUS
Saarbrücker Str. 36-38
10405 Berlin

Phone: 030 / 74 74 91 23
Kontakt@noctivagus.de
http://www.noctivagus.com/

Dinner in the Dark Täglich ab 18 Uhr

So – Do „Schnupper-Dinner“
Do – Sa „Themen-Dinner“

Liebe Grüße

Bibo & Tanja

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über Stephan

Hi, ich bin Bibo (52), fest angestellt bei dem größten Sicherheitsunternehmen in Berlin und nebenberuflich leidenschaftlicher Reiseblogger. Trotz meines Alters zieht es mich immer wieder im Rahmen meines jährlichen Sabbaticals mit dem Rucksack hinaus in die weite Welt.

ein Kommentar

  1. Das Nocti Vagus und die unsichtbar sind beides schöne Restaurants. Vor allem als Geschenk mal etwas anderes!

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