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Von Sesriem nach Swakopmund (Tag 14)

Der Morgen beginnt ungemütlich.
Das Zelt rappelt und der Wind bläst durch die Öffnungen.
Was ist denn heute los ?

Es ist richtig stürmisch.
Eigentlich wollten wir es ganz ruhig angehen lassen, aber da uns ständig der Sand in den Kaffee geweht wird, starten wir unsere Fahrt von Sesriem nach Swakopmund früher als geplant.
Das Zelt ist inzwischen schnell abgebaut und so starten wir die nächste Etappe schon um 08.10 Uhr.

Die ersten Kilometer geht es über die D 826 bis zur C 19, die wir bis Solitaire nach Norden fahren.
Danach geht es weiter über die C 14 bis Walvis Bay, welche dann in die B 2 nach Swakopmund über geht.

Wir starten bei fliegendem Sand.

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Aber wir haben dann doch Glück und der Wind und der fliegende Sand lassen nach.
Wie immer geht die Fahrt bei schönstem Wetter weiter in Richtung Solitaire.

Namibia zeigt sich auf dieser Strecke wieder einmal von seiner schönsten Seite.
Die hügelige Landschaft im Hintergrund mit dem Steppengras im Vordergrund sind immer wieder eine Augenweide.

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Solitaire ist auf der Karte als Ort verzeichnet.
In unseren Köpfen ist immer noch nicht angekommen, dass man Orte in Namibia nicht mit unseren Orten in Deutschland vergleichen kann.

Solitaire besteht aus einer Tankstelle mit einem kleinen Shop, einem Cafe und einer Guest Farm.
Ansonsten ist in dem Ort nicht viel zu finden.

Wir machen hier natürlich auch eine Pause, da der Reiseführer * beschreibt, dass man sich den Kuchen hier absolut nicht entgehen lassen sollte.

Nach einem kleinen Rundgang über das Gelände bestellen wir uns verschiedene Stücke der Naschwaren und lassen uns nieder.

Ja, die Backwaren sind ok, aber hauen uns nicht vom Hocker.

Für uns sind hier die ganzen „Gruppenreisenden“ viel interessanter.
Da dieser Ort auch von den Reiseveranstaltern angefahren wird, stehen auch diverse LKW und Reisebusse auf dem Parkplatz.
Uns fällt ein Reisender auf, der ganz hektisch von einem Fotoobjekt zum nächsten rennt und ganz aufgeregt ganz schnell Fotos macht.

Es ist echt amüsant, solche Szenen zu beobachten.

Hinzu kommt noch, dass sich gleich neben dem Parkplatz ein Bau der Borstenhörnchen befindet.
Wir lieben diese kleinen Tierchen auch, aber wenn man dann schon das Hupen der Busse hört, die Insassen aber noch Fotos machen möchten, dann kommt wohl selbst der Busfahrer in Zeitdruck.

Insgesamt machen wir hier 30 Minuten Pause, bevor wir auf die C 14 in Richtung Walvis Bay fahren.

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Die C 14 ist gut. Vermutlich wurde sie gerade „geschoben“ und wir kommen gut voran.
Bis zum „Tropic of Capricorn“ geht es immer auf und ab.
Hinter jeder Kuppe bietet sich ein grandioser Ausblick auf die Landschaft.
Eigentlich können wir jeder kleinen Kuppe anhalten und ein Foto schießen.

Das ist hier in Namibia wirklich das größte Problem!

Wo mache ich welche Fotos, wo genieße ich nur.

Wir wissen auch, dass Fotos nicht das wiedergeben können, was das Auge sieht und die Seele in diesem Moment fühlt.
Aber wir versuchen unsere schönsten Eindrücke einfach im Bild festzuhalten.

Kurz vor dem „Tropic of Capricorn“ steht am linken Fahrbahnrand ein Mietwagen (die sind ja schon von weitem zu erkennen) mit eingeschalteter Warnblinkanlage und ein Warndreieck steht auf der Piste.

Neben dem Fahrzeug steht ein etwas ratlos ein Pärchen, wir halten an und fragen, ob sie Hilfe benötigen.

Ja, sagen sie. Sie haben den linken Vorderreifen komplett geschreddert und wissen nicht, wie man einen Reifen wechselt.
So machen wir eine kleine „Zwangspause“ und helfen dem aus England stammenden Pärchen beim Reifenwechsel.

Wie bei den Gesprächen klar wird, hat man ihnen bei der Fahrzeugübernahme des Toyota Hilux nicht einmal gezeigt, dass der Ersatzreifen hinten unter dem Fahrzeug zu finden ist und wie man diesen dort heraus bekommt.

Der Reifenwechsel ist schnell erledigt, sie bedanken sich mit einer Flasche Wein und die Fahrt geht auch für uns wieder weiter.

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Hinter dem „Wendekreis“ fängt es langsam an steiler zu werden.
Teilweise krauchen wir im 2. Gang den Berg hinauf.

Jetzt befinden wir uns am Gaub Pass, der dann für uns fast übergangslos in den Kuiseb Pass über geht.

Die Landschaft ist hier schroff und steinig.

Hinter jeder Kurve tun sich aber wieder tolle Aussichten auf.

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Habt ihr die Pässe hinter euch gelassen und die D 1998 passiert, wird es richtig eintönig.
Die C 14 wird schnurgerade und führt durch die karge Namib Wüste.

Hier ist nichts, aber auch gar nichts und das über 100 Kilometer.

Wir sind froh, dass unser Auto läuft wie ein Bienchen und uns keine Panne ereilt.
Hier möchte wirklich keiner mit einem Defekt liegen bleiben.

Und es ist wie immer, wir begegnen max. 2 Fahrzeugen auf der gesamten Strecke.

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Nach gut 1,5 Stunden haben wir diese einsame Strecke auch hinter uns gebracht und sind froh, dass wir in der Ferne schon Walvis Bay sehen können.

Der Verkehr nimmt langsam wieder zu und die Landschaft verändert sich auch wieder schlagartig.
Plötzlich sind rechts und links der Straße groß Sanddünen zu sehen.

Die „Dune 7“ sticht sehr heraus und wir können in der Ferne diverse Personen auf der Düne erkennen.

Hier werden diverse Aktivitäten angeboten, sodass dort ordentlich was los ist.

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Wir erreichen Walvis Bay und müssen gleich im ersten Kreisverkehr eine extra Runde drehen, da wir die Ausfahrt nach Swakopmund verpassen.

Die B 2 in Richtung Swakopmund ist von Palmen eingerahmt, was nach der langen Strecke durch die Namib eine willkommene Abwechslung für die Augen darstellt.

Von Walvis Bay bis nach Swakopmund sind es noch ca. 30 Kilometer und die Straße schlängelt sich an der Küste entlang.

Endlich Meer…registrieren unsere Köpfe, die immer noch die Strände von Thailand und den Philippinen gespeichert haben.

Aber…es ist frisch, wenn nicht schon kalt hier an der Küste zwischen Walvis Bay und Swakopmund.
Das merken wir schon, wenn wir die Scheiben vom Auto öffnen.

Und wie aus dem Nichts, fahren wir ganz plötzlich in eine Nebelwand.

Ok, wenn heiße Wüstenluft auf kalte Meeresluft trifft, ist das nicht vermeidbar.
Wir haben es aber trotzdem nicht erwartet, fahren mit ca. 40 Km/h und eingeschaltetem Licht weiter.

Zwischendurch gibt es immer wieder Stellen, an denen der Dunst aufreißt, aber der größte Teil der Strecke liegt im dichten Nebel.

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Wir sind wieder einmal fasziniert von den Abwechslungen, die Namibia bietet.
Wie schreibt einer unserer Follower auf Facebook so schön….“Übergänge scheint Namibia nicht zu kennen„…. und das sehen wir genauso.

Es gibt nur „entweder…oder“….

Gegen 15.30 Uhr erreichen wir dann unsere nächste feste Unterkunft, nämlich Meike’s Guesthouse *.

Ja, die nächsten 4 Nächte werden wir wieder in einem festen, normal Bett verbringen und wir können euch jetzt schon sagen, dass es eine Umstellung ist.

Wir haben uns schon so an das Campen gewöhnt, dass es uns irgendwie befremdlich ist, wieder in einem festen Bett zu schlafen.

Und nehmen wir es vorweg…noch schlimmer ist es auf den morgendlichen Kaffee zu warten, wenn man gewohnt ist, den Kocher anzuschmeißen, wenn es einem gefällt.

Aber machen wir jetzt aktuell weiter.
Nach einem absolut freundlichem Empfang bekommen wir unser Zimmer in einem sehr gemütlichen Innenhof.
Das Auto steht ebenfalls sicher auf dem abgeschlossenen Gelände.

Nachdem wir unsere Reiseunterlagen von erlebe-namibia zugesandt bekamen, haben wir umgehend Kontakt mit Meike aufgenommen und somit sind die nächsten 3 Tage von und ganz durchgeplant.

Der Service (auch schon im Vorfeld) ist absolut klasse.
Zwei Mails haben gereicht und unsere Ausflüge und Restaurantpläzte waren gebucht.

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Nachdem wir das Auto ausgeräumt, die Klamotten sortiert und uns selber ein bißchen akklimatisiert haben, geht es auf die erste Erkundungstour durch Swakopmund.

Meike’s Guesthouse * liegt nicht weit von der Hauptstraße entfernt, die im Richtung Strandpromenade führt.

Der erste Eindruck für uns ist nicht besonders.
Irgendwie berührt uns Swakopmund nicht wirklich.
Das ändert sich erst, als wir die Hauptstraße verlassen und durch die Nebenstraßen schlendern.

Viele Häuser im kolonialen Stil erobern unsere Herzen und wir fühlen uns echt wohl hier.

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Im Unteren Bereich des Leuchtturms befand sich mal ein Restaurant, welches leider nicht mehr bewirtschaftet wird.

Bibo hätte da schon ne Idee ……

Auch wenn es für uns absurd ist auszuwandern…ein Traum wäre es schon……

Nach diesem Rundgang, auf dem wir schon einen Trekkingausstatter entdeckt haben, in dem wir für Tanja ein paar neue Schuhe käuflich erwerben konnten, geht es zum ersten Restaurantbesuch in Swakopmund.

Meike hat für uns einen Tisch im Cosmopolitan reserviert.

Im Vorfeld haben wir die Auswahl der Restaurants voll und ganz Meike und ihrem Team überlassen.

Wir können ja immer nur von den Bewertungen auf Tripadvisor folgen und sind nicht vor Ort.

Da verlassen wir uns diesmal voll auf die Erfahrungen der von vor Ort lebenden und werden nicht enttäuscht.

Im Restaurant sind wir die einzigen Gäste und haben es uns gut gehen lassen.

Es gibt gebratene Polenta mit Gorgonzola-Sauce und Oryxfilet mit Pommes.

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Und dazu gibt es mal nen Rotwein, obwohl wir mehr so die Biertrinker sind.

Das Restaurant ist absolut zu empfehlen, obwohl es für uns schon wieder „zu gehoben“ war.

Auf jeden Fall haben wir den Aufenthalt im Cosmopolitan genossen und sind froh, das Meike den Tisch für uns Reserviert hat.

Wir genießen noch den kühlen Abend im Innenhof von Meike’s Guesthouse *, bevor wir ins Bett krabbeln, ohne das Zelt aufbauen zu müssen.

Hier unsere Etappe auf der Karte dargestellt:

Tagesstatistik:

gefahrene Kilometer: 352 Km
gesamte Reisezeit: 7 Stunden
Pausenzeiten gesamt: 1 Stunde
reine Fahrtzeit: 6 Stunden

Liebe Grüße

Bibo & Tanja

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über Stephan

Hi, ich bin Bibo (50), fest angestellt bei dem größten Sicherheitsunternehmen in Berlin und nebenberuflich leidenschaftlicher Reiseblogger. Trotz meines Alters zieht es mich immer wieder im Rahmen meines jährlichen Sabbaticals mit dem Rucksack nach Südostasien.

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