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Etosha-Titelbild

„Horrortrip“ von den Epupa Falls zum Etosha NP (Tag 25)

Nach nur einer Nacht an den Epupa Falls geht es heute für uns leider wieder weiter.

Unser Roadbook gibt eine Entfernung von 433 KM bis zum Etosha Nationalpark an.

Das Navi dagegen meldet eine Strecke von 564 KM.

Nachdem wir jetzt schon 3 Wochen in Namibia unterwegs sind, ist uns erst so richtig bewusst geworden, was diese Entfernungen bedeuten.

Uns steht also ein harter Tag bevor, sodass wir schon mit Sonnenaufgang starten. (06.30 Uhr)

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Wir sind zügig auf der C 43 nach Opuwo unterwegs.

Naja, was heißt zügig ?

Wir fahren immer so um die 80 Km/h, aber bei den 260 Senken auf 180 Km ist der stetige Wechsel zwischen bremsen und Gas geben echt anstrengend.

Zwischendurch werden wir auch immer wieder durch Gruppen von aufgeregten Helmperlhühnern, die auf der Fahrbahn umher hüpfen, ausgebremst.

Aber wir haben wenigstens das Gefühl, dass wir zügig voran kommen.

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Für die 180 Kilometer bis nach Opuwo haben wir 3,5 Stunden gebraucht und sind mit unserem Zeitplan sehr zufrieden. (09.55 Uhr)

Leider wirft uns unser Tankstopp in Opuwo dann doch zeitlich zurück.

Alle drei Tankstellen, die sich im Umfeld der Kreuzung C 43 / C 41 befinden, sind knüppeldicke voll.

Lange Schlangen an jeder Zapfsäule, gepaart mit der absoluten Entspanntheit der Tankwarte, lässt diesen Stopp eine ganze Stunde dauern. (10.50 Uhr)

Auf der geteerten C 41 geht es dann mit 120 Km/h in Richtung C 35, auf die wir nach Süden abbiegen.

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Die C 35 verläuft Schnur gerade und die Landschaft ist nicht wirklich reizvoll.

Wir kommen sehr gut voran „fressen so richtig Kilometer“…. bis eine Geschwindigkeitsbegrenzung und ein letztendlich Stoppschild unsere Fahrt unterbricht.

Ah, hier ist also die „Veterinärgrenze“.

Wir müssen angeben, wo wir hin wollen, der Kühlschrank wird kontrolliert und Bibo muss zum ersten Mal seinen Führerschein vorzeigen.

Diese ganze Prozedur dauert nur 10 Minuten und da wir nicht verbotenes dabei haben, dürfen wir schnell weiterfahren.

Jetzt ist es bis zum Galton Gate nicht mehr weit und wir erreichen es gegen 13.00 Uhr.

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Am Schlagbaum zeigen wir unsere Buchungen für die Camps vor, müssen unser Fahrzeug parken und das Büro aufsuchen.

Hier bezahlen wir 680 N$ ( ca. 43 Euro ) für unser Permit für unsere nächsten 4 Nächte im Etosha Nationalpark.

Zurück am Fahrzeug wurden wir von einem Offizier nach Waffen und Drohnen befragt und er durchsucht oberflächlich das Canopy des Fahrzeuges.

Nachdem wir alle Fragen verneinen und er auch nichts findet, dürfen wir nach 10 Minuten in den Etosha Nationalpark einfahren.

Wir sitzen im Wagen und wollen gerade losfahren, als unser Blick auf das Navi fällt und unser Herz in die Hose rutschen lässt.

Da steht doch tatsächlich 197 Km bis zum Okaukuejo Camp und es wird die Ankunftszeit von 17.40 Uhr angezeigt.

Wir müssen das Camp bis zum Sonnenuntergang erreichen und der liegt im Moment ungefähr zwischen 17.25 und 17.30 Uhr.

Im Etosha Nationalpark gilt eine maximale Geschwindigkeit von 60 Km/h.

Rein rechnerisch sollte die Strecke in knapp über 3  Stunden zu schaffen sein.
Da wir die Streckenverhältnisse hier in Namibia kennengelernt haben, ist aber nicht davon auszugehen, dass wir die Strecke in dieser Zeit schaffen.

Was soll’s…wir starten mit den erlaubten 60 Km/h.

Nach den ersten Kilometern müssen wir aber feststellen, dass es unmöglich ist, die Geschwindigkeit im Park zu fahren!

Da ist zum Einen die schlechte Gravelroad mit ihren vielen großen Schlaglöchern und zum Zweiten die Tiere, die auf bzw. neben der Fahrbahn unterwegs sind.

Rechts von uns steht plötzlich ein Elefant.
Wir sind so aufgeregt, dass alle Bilder verwackelt sind.

Da möchte plötzlich von links ein Schabrackenschakal die Fahrbahn überqueren und auch Zebras möchten uns an einem pünktlichen Ankommen am Okaukuejo Camp hindern.

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Elefant im Etosha Nationalpark
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Ein Schabrackenschakal auf der Fahrbahn

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Endlich Tiere hautnah !

So wirklich genießen können wir die Begegnungen nicht, da immer ein Auge auf dem Navi ruht.

Die Kilometer verringern sich zwar, aber die Ankunftszeit bleibt unverändert bei 17.40 Uhr stehen.

Irgendwie werden wir es schon schaffen……aber wie ?

Unterwegs liegen dann plötzlich überall frisch abgerissen große Äste auf der Fahrbahn.

Während wir so im Slalom um die Äste fahren, fällt uns verhältnismäßig frischer Elefantenkot auf, der ebenfalls verstreut herum liegt.

Und nicht weit entfernt entdecken wir auf der linken Seite eine große Herde.

Also wird wieder ein Stopp eingelegt und Fotos gemacht.

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Wie gerne würden wir diese Herde noch weiter beobachten.
Leider haben wir keine Zeit….unglaublich !

Da sind wir die letzten drei Wochen ganz entspannt unterwegs und plötzlich haben wir keine Zeit, weil uns der Sonnenuntergang im Nacken sitzt.

Das ist nicht schön !

Hinzu kommen noch die vielen Elefanten, Giraffen, Zebras und Gnus, denen wir gleich an unserem ersten Tag im Etosha Nationalpark begegnen.

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So viel Großwild haben wir im Leben noch nicht gesehen.

Wer sich das letzte Bild ansieht, kann feststellen, dass die Sonne schon sehr tief steht.

Es ist um 17.11 Uhr kurz vor dem Okaukuejo Camp entstanden.

Wie wir es geschafft haben, wissen wir nicht mehr !

Um 17.16 Uhr sind wir dann am Gate des Okaukuejo Camps angekommen.

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Wir stellen das Auto ab, gehen zur Rezeption und checken ein.

Mit der Buchung hat wieder einmal alles geklappt und uns wird der Stellplatz Nr. 44 zugewiesen.

Gleichzeitig wird uns ein Merkblatt zum Camp ausgehändigt.

Glücklich, es noch rechtzeitig geschafft zu haben, verlassen wir die Rezeption und sehen, dass das Tor inzwischen geschlossen ist.

Man, was haben wir heute für ein Glück gehabt.

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Wir suchen uns noch unseren Stellplatz auf einem ziemlich kahlen Gelände und reißen uns erst einmal ein Bier auf.

Auf der einen Seite sind wir glücklich, dass wir angekommen sind, aber irgendwie ist die Stimmung im Keller.

Die Fahrt war einfach zu lang !

Der ständige Zeitdruck geht völlig an die Nerven !

Knapp 600 Kilometer an einem Tag sind einfach der Wahnsinn !

Die nächsten 4 Tage werden wir im Etosha Nationalpark bleiben.

Diese Zeit werden wir ganz bestimmt entspannter verbringen.

Hier unsere heutige Route auf der Karte:

 

Tagesstatistik:

gefahrene Kilometer: 564 Km
gesamte Reisezeit: 11 Stunden
Pausenzeiten gesamt: 1 Stunden
reine Fahrtzeit: 10 Stunden

Liebe Grüße

Bibo & Tanja

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über Stephan

Hi, ich bin Bibo (52), fest angestellt bei dem größten Sicherheitsunternehmen in Berlin und nebenberuflich leidenschaftlicher Reiseblogger. Trotz meines Alters zieht es mich immer wieder im Rahmen meines jährlichen Sabbaticals mit dem Rucksack hinaus in die weite Welt.

2 Kommentare

  1. Oh Mann, ich hab beim Lesen richtig mitgefiebert, ob ihr es rechtzeitig schafft.
    Stimmt, so einen Stress braucht man wirklich nicht auf Reisen.
    Was wäre denn gewesen, wenn ihr erst nach Sonnenuntergang angekommen wärt?

    LG
    Gina

  2. Ich wusste gar nicht, dass es in Namibia Veterinärzäune gibt, offenbar haben wir die bei meinem Besuch vor einigen Jahren großräumigst umfahren. Die Ankunftzeiten bzw. das Fahren finde ich auch immer sehr stressig, noch dazu, wenn es um 18 Uhr dann so richtig stockdunkel ist. Trotzdem, Afrika ist ein wunderschöne Kontinent! Ich wünsche Euch noch tolle Tierbegegnungen!

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